Tauber-Franken

Lauda

Die Eisenbahnersiedlungen in Lauda bestehen aus zwei großen Teilen. Einen im Mietskasernenstil, einen mit einer nahezu einheitlichen Bebauung - mit einer wunderschönen Einteilung in privaten, halb-öffentlichen Bereich der Gärten. Bewußt im Stil einer Gartenstadt geplant. Mit 41 Wohnungen. Ställe für Hausschweine, Hühner wurden vorgesehen. Ab 1920 erbaut. Lauda war wie z. B. Crailsheim eine Eisenbahnerkleinstadt. Nahezu ein Drittel aller Einwohner hatten einen Bezug zur Eisenbahn, sei es als Lokführer, Heizer, als Mitarbeiter in der Betriebswerkstätte, als Schaffner, Bahnpolizei, Beamte oder Angestellte im Eisenbahnamt Lauda. Aber auch als Beschäftigte bei der Post. Die transportierte Briefe und Pakete mit der Eisenbahn. Die Eisenbahnverbindungen führten auch zu einem Wachstum im Handwerk, bei der Einrichtung von Ladengeschäften und Verkaufsstellen und zwei Hotels in Bahnhofsnähe. Nach und nach prägte die Eisenbahn das bisher landwirtschaftlich dominierte Leben und Arbeiten in Lauda.
 
Die ersten Lokführer gingen mit Zylinder oder Melone und schwarzen Handschuhen zur Arbeit. Der Legende nach zogen manche Lokführer in der Lok mit einem Kreidestrich eine Trennlinie zum Heizer, den dieser nicht übertreten durfte. Der Bahnhof und seine Gleisanlagen wurden Entwicklungen angepasst. Z. B. ein Nebengleis zur erbauten Ziegelei. Die neu errichtete Bahnsteigsperre in Lauda wurde vom Stadtrat 1904 kritisiert. Sie diente sowieso zunächst mehr der Beschäftigung von Kriegsveteranen. Aber auch der Zugang zum Bahnsteig für jemand, der eine Person nur zum Bahnhof begleiten wollte, war nicht kostenfrei. Es mußte eine Bahnsteigkarte erworben werden.